Mir gefiel nicht, wie er mich ansah – und dann wieder nicht ansah.
Also sah ich – sofern er denn hersah – höchst desinteressiert zurück und putzte mich ganz beiläufig. Selten hatte ich ein glänzenderes Fell gehabt – denn er kam immer wieder, Woche für Woche, mehrmals am Tag und das täglich.
Ich für meinen Teil hatte beschlossen, mir den Rat von Old Lady zu Herzen zu nehmen: Mein Name ist wichtig – und nicht jeder, der ihn kennt, fängt damit etwas Gutes an. Somit hielt ich es ab jetzt für angebracht, ihn nicht jedem zu verraten ...
Und schon gar nicht diesem Menschen da!
Er war bei Weitem nicht so verrunzelt, wie die Menschen, die hier sonst eintrudelten. Außerdem hustete, humpelte und jammerte er auch viel weniger.
Er kam einfach hierher und war nur nett und freundlich zu Old Lady. Er stellte viele merkwürdige Fragen, die ich selbst nicht verstand – Old Lady jedoch schon. Dann begann er irgendwann gelegentlich zu mir herüberzusehen und dann auch wieder nicht.
Und was sollte dieser dämliche Hut? Wer bitte setzte sich einen Topf auf und steckte einen großen Busch langer bunter Federn daran ...
„I-i-ich nenenene-he-me i-hihn hö-ö-öchste-tens
f-f-für e-e-ei-ne Wo-wo-wo-wo-che“, sagte er zu Old Lady.
„Karel, ich sagte dir schon, dass das nicht geht“, antwortete sie.
„A-a-aber, O-o- ...“
„Spar dir dein aber.“ Old Lady klang sehr energisch.
Ich fragte mich wirklich, wie sie es schaffte, ihn zu verstehen.
„Du sagtest, du wolltest dich für mich um ihn kümmern.“
„J-j-j-ja, ab-b-b- ...“
„Wenn du es wirklich ernst meinst, dann mach gefälligst auch Nägel mit Köpfen.“ Abfällig schüttelte sie ihren Kopf. „Eine Woche auf Probe“, schnaubte sie. „Er ist ein Wesen mit Persönlichkeit und Charakter und in einer Woche erfährst du nicht einmal die Fellfarbe seiner Bauchseite. – Pah! Eine Woche ...“
„O-o-old Lä-ä-ä-ä-äd-dy, i-i-i- ...“
„Was willst du denn in einer Woche mit ihm anfangen? – Außer einen Grund für die Neueinrichtung deines Studierzimmers heraufzubeschwören ...“
Eindringlich sah sie den Menschen an.
„Du gehörst doch nicht etwa zu diesen Dummköpfen, die sich in diesen Möchtegern-Burschenschaften herumtreiben?! – Man hört nichts Gutes über sie, besonders in Hinsicht auf Katzen.“
„Oh-oh, ne-ne-nein!“
„Das will ich dir auch geraten haben! Denn für so etwas ist er mir nun wahrlich viel zu schade.“
Der Mensch mit Hut sah plötzlich zu mir, worauf ich hastig anfing, mich zu putzen. Ich hatte keinen Schimmer, worüber die beiden redeten. Sicher war ich mir nur darin, dass dieser Mensch mit Hut irgendwie eigenartig war.
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